Relegation 2026: Ein letztes Spiel für den VfL Knesebeck
Die reguläre Kreisliga-Saison 2025/2026 ist beendet.
Zumindest offiziell.
Nach 28 Spieltagen steht der VfL Knesebeck auf Tabellenplatz zwei. 60 Punkte, 71 geschossene Tore, nur 32 Gegentreffer und damit die mit Abstand beste Defensive der Liga. Vier Punkte Vorsprung auf den SV Triangel, fünf Punkte auf den TSV Vordorf und sechs Punkte auf SV Meinersen sowie SV Groß Oesingen.
Eine starke Saison. Eine herausragende Rückrunde. Und trotzdem ist diese Spielzeit noch nicht vorbei.
Denn für den VfL Knesebeck wartet noch ein letztes Spiel.
Souveräner Abschluss in Gamsen
Am letzten Spieltag der offiziellen Kreisliga-Saison gastierte der VfL Knesebeck beim MTV Gamsen. Ein Gegner, gegen den man sich in den vergangenen Jahren immer wieder schwergetan hatte und der auch im Hinspiel lange unangenehm blieb.
Diesmal wurde allerdings früh deutlich, dass der VfL das Spiel bestimmen wollte. Knesebeck übernahm in den Anfangsminuten die Kontrolle, erspielte sich erste Möglichkeiten und ließ Gamsen nur vereinzelt auf eigene Momente lauern.
In der 22. Minute war es dann Tim Krebiel, der den ersten Treffer erzielte und den VfL verdient in Führung brachte. Doch die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Unaufmerksamkeit in der Knesebecker Defensive kam der MTV Gamsen in der 26. Minute zum Ausgleich.
Lange hielt dieser Zwischenstand aber nicht.
Nur vier Minuten später war erneut Tim Krebiel zur Stelle und brachte den VfL Knesebeck wieder in Führung. Und weil der Kapitän an diesem Tag offensichtlich noch nicht genug hatte, schnürte er in der 35. Minute seinen Dreierpack bereits in der ersten Halbzeit.
Vor dem Spiel hatte es bereits geregnet, pünktlich zur Halbzeit kam dann noch einmal ordentlich Wasser von oben. Die Spieler wurden auf dem Weg in die Kabine noch einmal gut nass, konnten sich dort aber kurz sammeln und abtrocknen, bevor es in den zweiten Durchgang ging.
Der VfL kam mit zwei Wechseln aus der Pause. Kilian Müller und Simon Soika kamen für Tim Bartels und Marius Schucht in die Partie.
Und lange dauerte es nicht, bis der nächste Treffer fiel. In der 47. Minute legte Tim Krebiel zurück auf Tjarko Kögel, der zum 4:1 einschob. Nur fünf Minuten später revanchierte sich Tjarko Kögel mit der Vorlage auf Tim Krebiel, der seinen Viererpack perfekt machte.
Spätestens mit dem 5:1 war die Partie entschieden.
In der Folge schaltete der VfL Knesebeck einen Gang zurück und verwaltete das Ergebnis. Gleichzeitig wollte das Trainerteam weiteren Spielern noch Einsatzzeit geben. Philipp Schulze, Justin Gades und Max Laschinsky kamen im zweiten Durchgang ebenfalls noch in die Partie.
Ein besonderer Moment folgte in der Schlussphase. Tim Krebiel verließ den Platz, und der scheidende Simon Soika übernahm die Kapitänsbinde. In der 75. Minute war es dann genau Simon Soika, der zum 6:1 traf und sich damit noch einmal in die Torschützenliste der offiziellen Kreisliga-Saison eintragen konnte.
Ein schöner Moment für einen Spieler, der den VfL Knesebeck nach dieser Saison verlassen wird.
Ganz ohne kleinen Dämpfer blieb der Nachmittag aber nicht. In der 88. Minute kam Gamsen noch zum 6:2-Endstand. Kilian Müller klärte den Ball noch auf der Linie, der Schiedsrichter entschied jedoch auf Tor.
Am klaren und verdienten Auswärtssieg änderte das nichts mehr.
Platz zwei ist keine Enttäuschung
Parallel wurde auf einem anderen Sportplatz ebenfalls Fußball gespielt. In Calberlah empfing der SV Calberlah den Tabellenführer SV Westerbeck.
Dort wurde bereits in der ersten Halbzeit deutlich, dass Westerbeck seine Aufgabe lösen und sich die Meisterschaft nicht mehr nehmen lassen würde. Am Ende stand der direkte Aufstieg für den SV Westerbeck fest.
An dieser Stelle: Glückwunsch an den SV Westerbeck. Über die gesamte Saison hinweg wurden die nötigen Punkte gesammelt. Die Hinrunde war noch einmal stärker als die Rückrunde, aber am Ende steht ein verdienter erster Platz.
Für den VfL Knesebeck bedeutete das: Platz zwei.
Und dieser zweite Platz ist alles andere als eine Enttäuschung.
Der VfL hat sich diese Ausgangslage durch eine überragende Rückrunde erarbeitet.
Besonders bemerkenswert ist dabei auch die Entwicklung seit dem Trainerwechsel im Februar. Mit Sebastian Schulzübernahm ein Knesebecker Urgestein die Mannschaft in einer schwierigen Phase. Nach der Auftaktniederlage gegen den FC Ohretal entwickelte sich das Team zu einer der formstärksten Mannschaften der Liga.
Dabei brachte Sebastian Schulz nicht nur neue Impulse ein, sondern erreichte die Mannschaft auf seine ganz eigene Art. Der Fokus lag auf Zusammenhalt, Vertrauen und dem Miteinander innerhalb des Teams. Genau diese Werte haben die Mannschaft in den vergangenen Monaten ausgezeichnet.
Aus einer guten Mannschaft wurde wieder eine echte Einheit. Jeder arbeitet für den anderen, jeder kennt seine Aufgabe und jeder weiß, dass man nur gemeinsam erfolgreich sein kann.
Die Zahlen der Rückrunde sprechen für sich, doch noch wichtiger ist die Entwicklung, die man Woche für Woche auf und neben dem Platz beobachten konnte. Es folgten sechs Ligaspiele in Folge ohne Gegentor, acht Siege am Stück, ein Unentschieden gegen den Mitaufstiegskandidaten SV Groß Oesingen, anschließend fünf weitere Siege. Erst am vorletzten Spieltag riss diese Serie beim TuS Müden-Dickhorst, der an diesem Tag mit großem Aufwand verteidigte und mit einem überragenden Torhüter alles wegfischte, was auf das Tor kam.
Danach folgte die passende Antwort: ein 6:2 beim MTV Gamsen.
Diese Rückrunde hat gezeigt, was in dieser Mannschaft steckt.
Dass der VfL Knesebeck nun in diesem Entscheidungsspiel steht, ist auch ein Verdienst dieser Entwicklung.
Saisonabschluss – aber noch keine Sommerpause
Nach dem Sieg in Gamsen stand der bereits geplante Saisonabschluss der offiziellen Kreisliga-Saison an.
Auf dem Hof von Jörg Reinecke kamen Mannschaft, Trainerteam, Betreuer, Helfer, Freunde und Familien zusammen, um die Saison noch einmal gemeinsam Revue passieren zu lassen. Bei Essen, Getränken und dem WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao wurde gefeiert, gelacht und auf das zurückgeblickt, was diese Mannschaft in den vergangenen Monaten geleistet hat.
Eigentlich hätte man an diesem Abend langsam in Richtung Sommerpause denken können.
Doch genau das ist noch nicht der Fall.
Denn durch Platz zwei steht der VfL Knesebeck im Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga Braunschweig.
Der Rahmen steht
Das Entscheidungsspiel findet am Samstag, den 27.06.2026, um 18 Uhr in Heiligendorf statt.
Gespielt wird gegen den ETSV Wolfsburg, den Zweitplatzierten der Kreisliga Wolfsburg.
Austragungsort ist der Sportplatz in Heiligendorf, Neue Straße 52, 38444 Wolfsburg. Aller Voraussicht nach wird auf Rasen gespielt. Schiedsrichter der Partie ist Tom Lange. Die Assistenten sind aktuell noch nicht bekannt, es ist jedoch davon auszugehen, dass wie im Vorjahr ein Gespann mit Linienrichtern gestellt wird.
Der Modus ist klar: Es gibt ein Spiel. Sollte nach 90 Minuten kein Sieger feststehen, geht es in die Verlängerung. Ist auch danach keine Entscheidung gefallen, folgt das Elfmeterschießen.
Mehr Endspiel geht nicht.
Schwierige Bedingungen für beide Mannschaften
Die äußeren Bedingungen könnten dabei kaum anspruchsvoller sein.
Stand jetzt werden für den Spieltag Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet. Auch zum Anpfiff um 18 Uhr könnte es noch deutlich über 30 Grad warm sein. Schon beim Aufwärmen wird es für beide Mannschaften darum gehen, mit den Temperaturen vernünftig umzugehen und die Kräfte richtig einzuteilen.
Aber auch hier gilt: Diese Bedingungen gelten für beide Teams.
Der VfL Knesebeck wird sich in der letzten Trainingswoche intensiv vorbereiten. Trotz der warmen Temperaturen wird zweimal trainiert, um noch einmal alles aus dieser letzten Woche herauszuholen.
Dazu kommt: In der Relegation kann nicht wie im normalen Kreisliga-Alltag beliebig gewechselt werden. Es stehen nur fünf Wechsel zur Verfügung. Auch das wird ein Faktor sein, mit dem das Trainerteam umgehen muss.
Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist der VfL allerdings deutlich breiter und fitter aufgestellt. Viele Spieler sind auf einem sehr guten konditionellen Level, der Kader bietet mehr Optionen und die Mannschaft hat in dieser Rückrunde mehrfach gezeigt, dass sie auch enge und intensive Spiele ziehen kann.
Personelle Lage
Der VfL Knesebeck wird mit einem starken Kader nach Heiligendorf reisen.
Nicht dabei sein werden Jannis Meyer, der an diesem Wochenende seinen Abiball feiert, sowie Philipp Schulze, der einen bereits länger geplanten Urlaub antritt.
Ansonsten stehen die Zeichen gut. Tjarko Kögel wird erneut anreisen und die Mannschaft unterstützen. Auch Simon Soika wird nach seinem letzten regulären Kreisliga-Spiel noch einmal die Extra-Schicht einlegen und im Relegationsspiel dabei sein, bevor sich seine Wege vom VfL trennen.
Ein kleines Ass im Ärmel hätte es sogar fast noch gegeben. Yannik Dworak, in Knesebeck bestens bekannt, hatte nach einer kurzfristigen Fußballpause seinen Spielerpass wieder für den VfL Knesebeck beantragt. Der Pass kam rechtzeitig an, alles war formal vorbereitet. Allerdings gibt es in den Regularien für Entscheidungsspiele einen entscheidenden Passus: Eingesetzt werden dürfen nur Spieler, die in der laufenden Serie bereits zwei Pflichtspiele für den Verein absolviert haben. Deshalb ist Yannik Dworak für dieses Spiel leider nicht spielberechtigt.
Trotzdem zeigt auch diese Geschichte, wie groß die Bereitschaft rund um den Verein ist, noch einmal alles für diesen letzten Schritt zu geben.
Wer ist der ETSV Wolfsburg?
Der Gegner ist für den VfL Knesebeck weitgehend ein unbeschriebenes Blatt.
Der ETSV Wolfsburg spielt seit vielen Jahren in der Kreisliga Wolfsburg. Seit der Saison 2014/2015 ist der Verein dort unterwegs, nachdem man zuvor fünf Jahre in der Bezirksliga Braunschweig gespielt hatte.
In dieser Saison musste sich der ETSV Wolfsburg in der Kreisliga Wolfsburg mit zehn anderen Mannschaften messen. Am Ende war nur der SSV Kästorf/Warmenau besser und sicherte sich als Meister den direkten Aufstieg.
Gegen diesen Meister spielte der ETSV Wolfsburg in der Liga zweimal unentschieden. Auch in der Rückrunde zeigte Wolfsburg eine starke Serie und blieb zehn Spiele in Folge ungeschlagen, bevor es im Finale des Wolfsburger Kreispokals, dem Concordia-Pokal, erneut gegen den SSV Kästorf/Warmenau ging.
Dort setzte es allerdings eine deutliche 0:4-Niederlage.
Und genau hier entsteht eine interessante Parallele.
Platz zwei in der Liga, Pokalfinale gegen den Meister verloren und anschließend das große Entscheidungsspiel um den Aufstieg. Dieses Szenario kennt man in Knesebeck nur zu gut. Im vergangenen Jahr stand der VfL in einer ähnlichen Situation. Platz zwei in der Liga, Pokalfinale gegen den Meister FC Schwülper verloren und anschließend das Aufstiegsspiel gegen VfB Fallersleben II.
Damals ging dieses Spiel verloren. Verdient, weil Fallersleben in diesem Moment unaufgeregter, körperlich präsenter und insgesamt reifer auftrat.
Dieses Jahr fühlt sich die Ausgangslage anders an.
Der VfL Knesebeck ist breiter aufgestellt, körperlich stabiler, konditionell besser vorbereitet und geht mit einer Rückrunde in dieses Spiel, die Selbstvertrauen geben darf, ohne überheblich zu machen.
Vergleiche bleiben schwierig
Ein direkter Vergleich zwischen der Kreisliga Gifhorn und der Kreisliga Wolfsburg ist schwierig.
In Wolfsburg traten elf Mannschaften an, in der Kreisliga Gifhorn waren es 15 Teams. Auch die Pokalwettbewerbe unterscheiden sich deutlich. Während der ETSV Wolfsburg im Wolfsburger Kreispokal mit zwei Siegen schnell im Finale stand, ist der Weg im Wittinger Kreispokal deutlich länger und je nach "Losglück" mit bis zu sechs Spielen verbunden.
Auch im Bezirkspokal gab es für beide Vereine in dieser Saison Parallelen. Beide schieden in der ersten Runde aus. Der VfL Knesebeck unterlag dem Nachbarn HSV Hankensbüttel mit 0:6, der ETSV Wolfsburg verlor gegen den späteren Bezirksliga-Meister TSV Hillerse mit 1:7.
Auch ein Testspiel des ETSV Wolfsburg gegen den HSV Hankensbüttel in der Rückrunde lässt sich nur bedingt einordnen. Wolfsburg verlor 2:4, allerdings traten beide Mannschaften nicht zwingend mit den Kadern an, die später regelmäßig in der Liga auf dem Platz standen.
Kurz gesagt: Vieles kann man anschauen, wenig kann man endgültig bewerten.
Der ETSV Wolfsburg bleibt für den VfL Knesebeck ein Gegner, den man respektiert, aber nicht bis ins Detail kennen kann.
Auf uns schauen
Genau deshalb wird der Fokus vor allem auf der eigenen Mannschaft liegen.
Der VfL Knesebeck wird nicht versuchen, sich am Gegner abzuarbeiten oder Dinge zu interpretieren, die man nicht sicher wissen kann.
Stattdessen geht es darum, den Fußball auf den Platz zu bringen, der diese Rückrunde so stark gemacht hat.
Defensiv stabil stehen.
Zweikämpfe annehmen.
Als Mannschaft arbeiten.
Nach vorne mutig sein.
Und über 90 Minuten, vielleicht 120 Minuten, oder im Elfmeterschießen klar im Kopf bleiben.
Genau das hat den VfL in den vergangenen Monaten ausgezeichnet.
Eine zweite Chance
Vor einem Jahr endete der Traum vom Aufstieg in der Nachspielzeit.
Ein Jahr später steht der VfL Knesebeck erneut in einem Entscheidungsspiel.
Damals waren wir noch nicht bereit.
Heute sind wir zumindest deutlich weiter als vor zwölf Monaten.
Die Mannschaft ist breiter aufgestellt, körperlich stärker, erfahrener und hat in den vergangenen Monaten mehrfach bewiesen, dass sie auch schwierige Spiele für sich entscheiden kann.
Ob das am Ende reicht, entscheidet sich am Samstag auf dem Platz.
Mehr müssen wir dazu gar nicht sagen.
Jetzt braucht es Blau-Weiß
Der erste Fanbus ist bereits voll.
Das ist ein starkes Zeichen. Doch damit soll es nicht enden.
Der Weg nach Heiligendorf ist etwas weiter als die meisten Auswärtsfahrten dieser Saison, aber genau solche Tage bleiben in Erinnerung. Deshalb hoffen Mannschaft und Verein auf weitere Unterstützung. Reist gerne privat in Fahrgemeinschaften an, zieht eure blau-weißen Sachen an und unterstützt den VfL Knesebeck lautstark.
Trinkt bei den erwarteten Temperaturen ausreichend. Und damit ist ausdrücklich nicht nur Bier gemeint.
Und weil auch der ETSV Wolfsburg in Blau-Weiß aufläuft, gilt das mehr denn je: Zeigt Farbe. Lasst uns geschlossen auftreten, sodass jeder auf den ersten Blick erkennt, wo der VfL Knesebeck steht.
Die Unterstützung war die gesamte Saison über zu spüren – in guten wie in schwierigen Phasen. Genau diese Unterstützung kann in so einem Spiel noch einmal den Unterschied machen.
Der VfL Knesebeck ist bekannt dafür, dass seine Leute mitziehen.
Jetzt braucht es genau das noch einmal.
Ein letztes Mal in dieser Saison.
Die wichtigsten Daten
VfL Knesebeck – ETSV Wolfsburg
Samstag, 27.06.2026
Anpfiff: 18 Uhr
Sportplatz Heiligendorf
Neue Straße 52, 38444 Wolfsburg
Schiedsrichter: Tom Lange
Ein letztes Kapitel
Die Kreisliga-Saison ist vorbei.
Die Sommerpause wartet noch.
Dazwischen liegt ein letztes Spiel.
Ein Spiel, in dem alles auf null gestellt wird. Tabellenplätze, Serien, Torverhältnisse, Pokalvergleiche – all das erzählt die Geschichte bis hierhin. Entscheidend wird aber nur das sein, was am Samstagabend auf dem Platz passiert.
Der VfL Knesebeck hat sich diese Chance erarbeitet.
Jetzt geht es darum, sie anzunehmen.
Ein letztes Mal in dieser Saison.
Alles für Blau-Weiß.
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