Latte, Chancen, Paraden: VfL-Serie reißt in Müden
Nach 15 ungeschlagenen Ligaspielen hat es den VfL Knesebeck wieder erwischt. Beim TuS Müden-Dickhorstunterlagen die Blau-Weißen mit 0:2 und mussten damit erstmals seit langer Zeit wieder ohne Punkte die Heimreise antreten.
Früher Kracher ans Lattenkreuz
Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend. Bereits nach drei Minuten kombinierte sich der VfL erstmals bis an den Strafraum durch. Der Müdener Torhüter wollte einen Ball klären, traf dabei aber auch seinen eigenen Mitspieler. Die Kugel landete vor den Füßen von André Haven, der direkt abzog. Sein hoher Ball senkte sich gefährlich und klatschte ans Lattenkreuz.
Ansonsten zeigte sich von Beginn an das erwartete Bild. Müden verteidigte mit nahezu der kompletten Mannschaft in der eigenen Hälfte. Zwei Stürmer warteten an der Mittellinie auf Umschaltmomente, während der VfL nach Lösungen gegen den tiefstehenden Defensivblock suchte.
Müden tief, VfL sucht Lösungen
Nach acht Minuten sorgten ein Freistoß und ein langer Einwurf für Gefahr. Am Ende landete der Ball beim eingerückten Malte Gercke, der sich die Kugel auf seinen starken linken Fuß legte und knapp links unten vorbeischoss.
Kurz darauf musste der VfL den ersten Rückschlag hinnehmen. Maik Szillat griff sich an den Rücken und musste wenig später runter. Für ihn kam Tjarko Kögel in die Partie. Dadurch rückte Malte Gercke in die Innenverteidigung, während Tjarko Kögel die linke Mittelfeldposition übernahm.
Müden blieb seiner Linie treu: lange Bälle, zweite Bälle, Umschalten. Nach 17 Minuten musste Chris Neuschulz einen Schuss aus der zweiten Reihe im Nachfassen sichern, weil ein Müdener Stürmer bereits angelaufen kam.
Der VfL hatte weiterhin mehr Ballbesitz. Nach einer flachen Hereingabe von Marius Schucht verlängerte Joel Reineckegefährlich, der Torwart konnte nach außen klatschen lassen – die Szene wurde jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen. Wenig später kam Tjarko Kögel nach einem guten Vortrag zum Direktabschluss, doch der Versuch war etwas zu schwach und wurde pariert.
Sonntagsschuss bringt Müden in Führung
Kurz vor der Pause folgte der Nackenschlag. Nach einem Ballverlust im Zentrum schaltete Müden schnell um. Die VfL-Defensive war aufgerückt, der Gastgeber nutzte den freien Raum und traf mit einem Sonntagsschuss ins rechte Eck zum 1:0.
Soika kommt, VfL erhöht den Druck
Zur Halbzeit reagierte der VfL und brachte Simon Soika für Tim Bartels. Der VfL kam aktiver aus der Kabine und hatte direkt die große Chance zum Ausgleich.
André Haven wurde rechts hoch und lang geschickt, brachte den Ball gefährlich in den Strafraum, wo Simon Soikahochstieg und unbedrängt an die Latte köpfte. Die anschließende Ecke wurde ebenfalls gefährlich, doch nach mehreren Verlängerungen war erneut der gut aufgelegte Müdener Keeper zur Stelle.
Nur wenig später folgte die nächste dicke Möglichkeit: Ein Lupfer über die Abwehr fand Tim Krebiel, der per Kopf quer auf Simon Soika legte. Der Abschluss wollte aber irgendwie nicht über die Linie.
Chancen da, Tor bleibt aus
Der VfL drückte weiter. Über rechts wurde Marius Schucht auf den Flügel geschickt, seine Hereingabe fand Simon Soika, der den Ball akrobatisch mit der Hacke aufs Tor verlängerte. Doch auch diesen Versuch hielt der starke Müdener Torwart.
Mit zunehmender Spielzeit wurde Müden aggressiver in den Zweikämpfen und begann zusätzlich, jede Möglichkeit zur Spielverzögerung zu nutzen. Krämpfe, einzelne Wechsel, verzögerte Einwürfe – aus Sicht der Gastgeber clever, aus Sicht des VfL natürlich extrem zäh.
Zweiter langer Ball entscheidet das Spiel
In der 80. Minute fiel dann die Entscheidung. Wieder war es ein langer Ball. Die Kugel landete irgendwie bei Adrian Feld am Oberkörper, dazu kam ein leichter Schubser im Rücken. Der Müdener Angreifer war durch und schob zum 2:0 ein.
Danach warf der VfL noch einmal alles nach vorne. Doch es passte zu diesem Abend, dass der Ball einfach nicht rein wollte. Kurz vor dem Tor verzog Simon Soika, später kam André Haven nach einer Flanke von links frei zum Kopfball – wieder war der Müdener Keeper zur Stelle und hielt die Null fest.
Serie gerissen, Fokus auf Gamsen
Am Ende steht eine bittere Niederlage gegen einen Gegner, der seinen Matchplan konsequent durchgezogen hat. Müden stand tief, verteidigte leidenschaftlich, nutzte seine Momente und hatte mit dem Torwart den besten Mann auf dem Platz.
Zusätzlich bitter: Im Laufe der Partie mussten alle eingesetzten Innenverteidiger angeschlagen oder verletzt vom Feld. Hoffentlich bleibt da mit Blick auf das Saisonfinale nichts Größeres hängen.
Damit endet die beeindruckende Serie des VfL nach 15 ungeschlagenen Ligaspielen. Die Bilanz bleibt trotzdem stark: 14 Siege, ein Unentschieden und 44:11 Tore in diesem Zeitraum.
Am kommenden Wochenende ist der VfL spielfrei. Ein paar Blicke dürften dennoch nach Oesingen gehen, wo der SV Groß Oesingen den SV Westerbeck empfängt.
Für den VfL zählt danach nur noch eines: voller Fokus auf das letzte Saisonspiel beim MTV Gamsen.
Serie beendet. Saison noch nicht.
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