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Machtdemonstration im Topspiel – VfL Knesebeck überrollt den SV Westerbeck mit 5:1

Was für ein Fußballnachmittag am Ernst-Hiestermann-Platz. Erster gegen Zweiter, Blau gegen Rot, voller Sportplatz, bestes Wetter und am Ende eine Partie, die vor allem eine Mannschaft komplett dominierte: den VfL Knesebeck.

 

Mit 5:1 fegte der VfL den bisherigen Tabellenführer SV Westerbeck vom Platz und setzte damit ein echtes Ausrufezeichen im Saisonendspurt. Dabei war es weniger das Ergebnis an sich, sondern vielmehr die Art und Weise, wie dieser Sieg zustande kam. Bereits nach 24 Minuten führte Knesebeck mit 4:0 und spielte sich dabei phasenweise in einen kompletten Rausch.

 

Und genau das hatte sich schon vor dem Anpfiff angedeutet.

Während Westerbeck nach dem intensiven 3:2-Erfolg unter der Woche gegen den SV Groß Oesingen möglicherweise noch Körner in den Knochen hatte, war beim VfL vom ersten Moment an volle Spannung zu spüren. Bereits beim Treffen vor dem Spiel war jeder wach, jeder fokussiert und jeder bereit. Genau das war am Ende der Schlüssel zu diesem Sieg.

 

Personell konnte der VfL nahezu aus den Vollen schöpfen. Niclas Zierenberg rückte nach überstandener Verletzung wieder in die Startelf und auch die Bank war mit sechs Auswechselspielern stark besetzt. Besonders erfreulich: Ahmad Alyahya durfte erstmals Einsatzminuten bei der ersten Herren sammeln. Auf Westerbecker Seite fehlte hingegen mit Oliver Fronk der drittbeste Torschütze kurzfristig, weshalb die Gäste ebenfalls etwas umstellen mussten.

 

Schon vor dem Anpfiff bot sich ein starkes Bild am Ernst-Hiestermann-Platz. Der Aufruf, in Blau zu erscheinen, funktionierte hervorragend. Knesebecker Fans auf der einen Seite, Westerbecker Anhänger in Rot auf der anderen – dazu zahlreiche neutrale Zuschauer. Ein voller Sportplatz und genau die Kulisse, die so ein Topspiel verdient hatte.

 

Vor Spielbeginn wurde es dann noch einmal ruhig. Gemeinsam gedachten beide Mannschaften mit einer Schweigeminute dem langjährigen VfL-Mitglied Heiner Müller, der über viele Jahre als Kassierer und enger Begleiter der Fußballsparte den Verein geprägt hatte.

 

Danach galt aber nur noch voller Fokus auf Fußball. Und der VfL legte los wie die Feuerwehr.

Bereits in der vierten Minute marschierte Tim Krebiel über die linke Seite, Westerbeck wirkte unsortiert und seine Hereingabe fand Tim Bartels, der den linken Fuß hinhielt und den Ball über den Innenpfosten zur frühen Führung ins Netz setzte.

 

Und Knesebeck hörte nicht auf.

Kurz darauf nutzte der VfL einen Fehler im Westerbecker Aufbau. Tim Krebiel legte wieder quer. Diesmal auf Niclas Zierenberg, dessen Abschluss der starke Westerbecker Keeper noch parieren konnte. Wenige Augenblicke später zog Joel Reinecke über links mit Tempo an, legte in den Rückraum auf Tim Bartels, doch diesmal war der Torwart zur Stelle.

 

Die Gäste wirkten komplett überfordert mit der Intensität und dem Tempo der Gastgeber. Immer wieder kam der VfL über die Außen durch, gewann zweite Bälle und setzte früh nach.

 

In der elften Minute folgte das 2:0. Malte Gercke war der Ausgangspunkt, steckte stark auf Joel Reinecke durch, der sich durch mehrere Gegenspieler tankte, zunächst aber noch am Keeper scheiterte. Die folgende Ecke brachte André Haven scharf auf Maik Szillat, der den Ball wuchtig einköpfte. Kurz herrschte Unsicherheit, ob der Ball tatsächlich hinter der Linie war, doch Schiedsrichter Torben Thiele zeigte sofort zur Mitte.

 

Und Knesebeck machte weiter.

In der 18. Minute herrschte komplettes Chaos im Westerbecker Strafraum. Joel Reinecke wollte eigentlich selbst flach abschließen, traf dabei aber quasi unfreiwillig Malte Gercke, der den Ball über die Linie schob. 3:0.

 

Spätestens jetzt war Westerbeck komplett von der Rolle.

 

Sechs Minuten später fiel bereits das 4:0. Über rechts setzte sich diesmal Tim Bartels stark durch, ging bis zur Grundlinie und legte clever zurück auf Tim Krebiel, der wiederum perfekt für Joel Reinecke ablegte. Der ließ sich nicht zweimal bitten und jagte den Ball rechts halbhoch in die Maschen.

 

Vier Tore nach 24 Minuten gegen den Tabellenführer. Der Ernst-Hiestermann-Platz stand Kopf.

 

Dabei blieb der VfL auch danach gefährlich. Besonders über die linke Seite sorgten Malte Gercke und Adrian Feld immer wieder für Druck. Feld beackerte seine Seite das gesamte Spiel über mit unfassbarer Intensität und hielt seinen Gegenspieler komplett aus dem Spiel. Auf der anderen Seite verteidigte Marius Schucht stark gegen Westerbecks Offensivreihe, musste nach seiner Gelben Karte zur Halbzeit aber vorsichtshalber runter, da gerade der clevere Marco Saretzki immer wieder versuchte, Fouls und Karten zu provozieren.

 

Vor der Pause hätte das Ergebnis sogar noch höher ausfallen können. Erst scheiterte Tim Krebiel nach einem starken Steckpass von Malte Gercke am Pfosten, Sekunden später wurde ein Abschluss von André Haven noch geblockt und anschließend zog Niclas Zierenberg aus der Distanz knapp am Winkel vorbei. Auch kurz vor der Halbzeit hatte Joel Reinecke nach einem starken Lauf nochmal die Chance auf das 5:0, setzte den Ball aber knapp neben den Pfosten.

 

Westerbeck kam zwar noch zu einzelnen Standardsituationen und einem gefährlichen Freistoß, wirklich zwingend wurden die Gäste aber kaum. Ihr eigentlicher Spielmacher agierte teilweise fast als Libero, ließ sich tief fallen und suchte permanent Räume, fand gegen das aggressive Knesebecker Pressing aber kaum Lösungen.

 

Im zweiten Durchgang schaltete der VfL dann etwas zurück. Der Fokus lag darauf, Westerbeck nicht zurück ins Spiel kommen zu lassen. Ganz verhindern ließ sich der Anschlusstreffer aber nicht. In der 70. Minute schlug ein Distanzschuss aus rund 16 Metern im VfL-Tor ein.

 

Doch die Antwort folgte sofort.

Nur drei Minuten später lief der nächste starke Angriff über die rechte Seite. Der eingewechselte Justin Gardes nutzte sein Tempo gegen die langsamen Westerbecker Innenverteidiger, legte quer auf Malte Gercke, der wiederum uneigennützig auf Jannis Meyer ablegte. Der schoss den Ball aus kurzer Distanz zum 5:1-Endstand über die Linie.

 

Spätestens da war endgültig klar: Dieses Spiel gehört komplett dem VfL Knesebeck.

 

Die letzten Minuten verwaltete der VfL das Spiel, ehe Torben Thiele das Spiel beendete.

 

Nach dem Schlusspfiff fiel die Traineransprache entsprechend kurz aus. Spielertrainer André Haven brachte es mit einem einzigen Satz auf den Punkt:

„Geiles Spiel!“

 

Danach wurde gemeinsam mit den Fans gefeiert, gesungen und der Sprung zurück an die Tabellenspitze genossen. Mit dem Sieg feiert der VfL mittlerweile den zwölften Sieg aus den letzten 13 Ligaspielen und bleibt seit 13 Ligapartien ungeschlagen. Eine Serie, die sich vor wenigen Wochen nicht ansatzweise erahnen ließ.

Trotzdem bleibt die Mannschaft ihrer Linie treu: Kein Gerede über den Saisonabschluss oder irgendwelche Rechenspiele. Fokus auf das nächste Spiel.

 

Und das wartet direkt am Mittwochabend wieder zuhause gegen den TuS Müden-Dieckhorst. Die Gäste kommen dabei selbst aus einem wilden 4:4 gegen den SV Welat Gifhorn, bei dem nach torloser erster Halbzeit plötzlich acht Tore im zweiten Durchgang fielen.

 

Nach dem Spiel wurde es am Ernst-Hiestermann-Platz dann nochmal emotional. Da es das letzte Sonntags-Heimspiel der Saison war, verabschiedete der VfL bereits drei wichtige Personen.

 

Philipp Schulze wird sich dem SV Hankensbüttel anschließen und dort künftig eine Liga höher zwischen den Pfosten stehen. Simon-Miles Soika wird aus beruflichen Gründen gemeinsam mit seiner Familie nach China ziehen und kürzertreten. Und auch Betreuer Jörg Reinecke wird kommende Saison nicht mehr in seiner bisherigen Rolle zur Verfügung stehen, versprach aber bereits, den Verein weiterhin von außen zu unterstützen.

Alle drei erhielten Collagen, Blumen und emotionale Worte zum Abschied. Danach wurde gemeinsam mit Fans, Mannschaft und Freunden bis in den Abend gefeiert.

 

Ein Fußballtag, wie ihn sich jeder Amateurverein wünscht.

 

Also: Mittwochabend, 19:00 Uhr, TuS Müden-Dieckhorst. Kommt vorbei und unterstützt den VfL bei der nächsten Aufgabe, wenn Schiedsrichter Jörg-Henning Warnke den 26. Kreisligaspieltag für die Einhörner anpfeift. 

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Veröffentlichung

Mo, 18. Mai 2026

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