Derbysieg im Pokal: VfL schlägt Wahrenholz mit 1:0

Was für ein Abend auf dem Ernst-Hiestermann-Platz: Vor rund 270 Zuschauern hat sich der VfL Knesebeck in der zweiten Runde des Bezirkspokals mit 1:0 gegen den VfL Wahrenholz durchgesetzt und damit das nächste Derby auf Bezirksebene für sich entschieden.

Für unsere Mannschaft war die Partie vor allem eines: ein Bonusspiel, das man sich mit dem 5:0-Erfolg in Tappenbeck erarbeitet hatte. Natürlich wollte der VfL die nächste Runde erreichen, gleichzeitig sollte die Begegnung aber auch genutzt werden, um weiter auf Bezirksliga-Niveau zu lernen, sich an das höhere Tempo zu gewöhnen und personell wie taktisch verschiedene Dinge auszuprobieren.

Dass diese Aufgabe gegen einen etablierten Bezirksligisten alles andere als einfach werden würde, war von Beginn an klar. Der VfL Wahrenholz verfügt über viel Erfahrung auf diesem Niveau, spielte vor wenigen Jahren noch in der Landesliga und bringt entsprechend Qualität mit.

Prominentester Name im Wahrenholzer Kader ist Bjarne Thoelke, der nach vielen Jahren im höherklassigen Fußball zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist. Der Innenverteidiger stand unter anderem beim VfL Wolfsburg, beim Hamburger SV und beim 1. FC Saarbrücken unter Vertrag. Gegen Knesebeck fehlte er allerdings verletzungsbedingt. Auch darüber hinaus mussten die Gäste auf mehrere Spieler verzichten.

Doch auch beim VfL Knesebeck war die personelle Situation alles andere als optimal.

Frühe Änderungen schon vor dem Anpfiff

Besonders schmerzlich fehlt weiterhin Maik Szillat, der sich in der vergangenen Rückrunde zu einem der wichtigsten Spieler unserer Mannschaft entwickelt hatte. Bereits im Pokalspiel beim SV Tappenbeck musste er nach wenigen Minuten ausgewechselt werden und steht seitdem verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.

Auch Jonah Deinert fehlte studienbedingt. Kurz vor dem Anpfiff kam zudem der nächste Rückschlag hinzu. Eigentlich sollte Joel Reinecke nach seinem Schlag auf das Knie aus dem Hehlingen-Spiel wieder in die Startelf zurückkehren. Beim Aufwärmen wurde jedoch deutlich, dass die Beschwerden größer waren als zunächst angenommen. Er musste die Einheit abbrechen und konnte nicht eingesetzt werden.

Dadurch rückte Jannis Meyer kurzfristig wieder in die Anfangsformation. Seine ursprünglich geplante Pause hatte ohnehin keine sportlichen Gründe, sondern war Teil einiger taktischer Veränderungen, die das Trainerteam ausprobieren wollte.

Weitere Änderungen gab es ebenfalls. Marius Schucht begann auf der rechten Abwehrseite, während Julian Jordan erstmals von Beginn an im Sturm auflief. Nils Mohr erhielt dagegen eine Pause. Bei aller Bedeutung des Derbys lag der Fokus bereits auch auf den kommenden Aufgaben in der Bezirksliga, in der die Punkte für den Klassenerhalt am Ende deutlich schwerer wiegen als eine weitere Pokalrunde.

Wahrenholz übernimmt zunächst die Kontrolle

Die Rollenverteilung war in den Anfangsminuten schnell zu erkennen. Wahrenholz hatte mehr Ballbesitz, ließ den Ball mit hohem Tempo durch die eigenen Reihen laufen und suchte immer wieder mit diagonalen Bällen die Räume hinter unserer Defensive.

Der VfL Knesebeck hielt dagegen, verteidigte kompakt und wartete auf die Situationen, in denen sich Räume für das eigene Umschaltspiel ergeben würden. Gerade in dieser Phase zeigte sich erneut, wie wichtig die ersten Wochen auf Bezirksebene für unsere Mannschaft sind. Das Tempo ist höher, Entscheidungen müssen schneller getroffen werden und Fehler können unmittelbar bestraft werden.

Trotzdem ließ sich der VfL nicht aus der Ruhe bringen.

Nach 22 Minuten setzte Tim Krebiel die Wahrenholzer Innenverteidigung aggressiv unter Druck, behauptete sich gleich gegen mehrere Gegenspieler und tauchte frei vor dem Tor auf. Der Abschluss war gut, doch der Wahrenholzer Keeper reagierte stark und verhinderte die Knesebecker Führung.

Auch Wahrenholz blieb gefährlich. In der 34. Minute kombinierten sich die Gäste mit Tempo über die rechte Seite nach vorne und brachten eine halbhohe Hereingabe in den Strafraum. Die Knesebecker Defensive bekam den Ball zunächst nicht geklärt, allerdings verschätzte sich auch der eingelaufene Angreifer, sodass die Situation ohne Abschluss blieb.

Aus genau dieser Szene entwickelte sich direkt der nächste Knesebecker Konter. Marius Schucht trieb den Ball nach vorne, anschließend übernahm Jannis Meyer, setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und kam mit seinem schwächeren linken Fuß zum Abschluss. Der Wahrenholzer Torhüter konnte den Ball allerdings sicher aufnehmen.

Knesebeck findet immer besser ins Spiel

Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto besser fand unsere Mannschaft in die Partie. Wahrenholz blieb zwar spielbestimmend, doch Knesebeck wurde im Umschalten zunehmend gefährlicher.

In der 38. Minute kam es dabei zu einer etwas ungewöhnlichen Spielfortsetzung. Malte Gercke ging nach einem Zweikampf zu Boden, Schiedsrichter entschied jedoch nicht auf Foul, sondern unterbrach die Partie und setzte sie anschließend mit einem Schiedsrichterball fort.

Da der VfL Knesebeck zuvor im Ballbesitz gewesen war, wirkte die folgende Situation zunächst etwas ungewöhnlich. Ein Wahrenholzer Innenverteidiger bekam den Ball nach der Spielfortsetzung, spielte ihn zurück zum eigenen Torhüter und dieser schlug das Spielgerät anschließend lang nach vorne.

Aus dieser Fortsetzung entwickelte sich über mehrere Stationen die nächste Knesebecker Gelegenheit. Der Ball landete schließlich bei Tim Krebiel, der mit einem starken Steckpass Jannis Meyer in die Tiefe schickte. Aus spitzem Winkel suchte dieser den Abschluss, doch erneut war der Wahrenholzer Torhüter zur Stelle.

Kurz vor der Pause hatten dann die Gäste noch einmal ihre beste Gelegenheit des ersten Durchgangs. Über die rechte Seite kam Wahrenholz mit Tempo durch und brachte den Ball gefährlich vor das Tor. Die Hereingabe rauschte nur knapp am linken Pfosten vorbei.

Mit einem torlosen 0:0 ging es schließlich in die Kabinen. Wahrenholz hatte mehr Ballbesitz und bestimmte über weite Strecken das Tempo, doch Knesebeck verteidigte konzentriert und zeigte immer wieder, dass mit schnellen Umschaltmomenten auch gegen einen solchen Gegner etwas möglich war.

Hohes Pressing wird belohnt

Direkt nach Wiederanpfiff folgte die Szene, die den Abend entscheiden sollte.

Der VfL Wahrenholz wollte das Spiel erneut aus der eigenen Defensive heraus aufbauen. Julian Jordan setzte als vorderster Angreifer mit hohem Tempo sowohl den Torhüter als auch die Innenverteidiger unter Druck und zwang die Gäste dadurch zu einer schwierigen Lösung.

Unter diesem Druck spielte ein Wahrenholzer Innenverteidiger einen unsauberen Ball ins Zentrum.

Dort war Tim Bartels hellwach.

Er fing den Pass ab und schaltete ohne zu zögern um. Bereits mit dem ersten Kontakt suchte er den Abschluss und schob den Ball mit links zur 1:0-Führung ein.

Ein Treffer, der nicht aus dem Nichts entstand, sondern durch konsequentes gemeinsames Pressing erarbeitet wurde. Gleichzeitig belohnte sich Tim Bartels für einen engagierten Auftritt und seine Entwicklung in den ersten Wochen auf dem neuen Niveau.

Nur wenige Minuten später hätte der VfL sogar nachlegen können. Nach einem schlechten Ball der Gäste im Mittelfeld stand der Wahrenholzer Keeper weit vor seinem Tor. Tim Krebiel erkannte die Situation und versuchte es zum zweiten Mal an diesem Abend aus großer Distanz. Der Ball ging zwar am Tor vorbei, diesmal allerdings nur knapp.

Wahrenholz erhöht den Druck

Mit zunehmender Spielzeit wurde die Partie intensiver.

Wahrenholz erhöhte das Tempo noch einmal deutlich, spielte robuster und drängte Knesebeck immer weiter in die eigene Hälfte. Unsere Mannschaft musste viel investieren und hatte in der einen oder anderen Situation sicherlich auch das notwendige Quäntchen Glück.

In der 63. Minute bot sich den Gästen eine der größten Chancen auf den Ausgleich. Mit viel Tempo ging es durch das Zentrum, anschließend wurde der Ball auf die rechte Seite gesteckt. Der dort gestartete Angreifer kam frei zum Abschluss.

Chris Neuschulz machte sich groß und verkürzte geschickt den Winkel. Der Wahrenholzer setzte den Ball schließlich deutlich links am Tor vorbei.

Nur eine Minute später wurde es erneut gefährlich. André Haven hatte den Ball mit einer Grätsche eigentlich bereits abgefangen, das Spielgerät sprang jedoch unglücklich wieder vor die Füße eines Wahrenholzers. Dieser legte in den Rückraum, wo der nächste Angreifer nur noch mit der Fußspitze an den Ball kam. Chris Neuschulz reagierte aufmerksam und hielt sicher.

Der Druck der Gäste nahm weiter zu.

Neuschulz hält die Führung fest

In der 78. Minute folgte die wohl stärkste Parade des Abends.

Wahrenholz spielte sich auf der rechten Seite frei und der Angreifer kam aus guter Position zum Abschluss. Chris Neuschulz hatte sein Gewicht bereits leicht in die andere Richtung verlagert, reagierte trotzdem überragend und bekam mit der linken Hand noch entscheidend Kontakt an den Ball.

Mit einem starken Reflex lenkte er den Abschluss zur Ecke und hielt damit die Knesebecker Führung fest.

Spätestens jetzt war klar, dass die letzten Minuten zu einem echten Kraftakt werden würden.

Wahrenholz warf zunehmend alles nach vorne, während sich der VfL Knesebeck immer weiter auf das Verteidigen konzentrierte. In der Schlussphase wurde noch einmal gewechselt. Justin Gades kam für die rechte Seite, während Max Laschinsky in die Spitze rückte und dort für Entlastung sorgen sollte.

Alles verteidigt – Derbysieg perfekt

Die letzten Minuten wurden zur Abwehrschlacht.

Wahrenholz drückte, brachte immer wieder Bälle in den Knesebecker Strafraum und setzte unsere Defensive unter Dauerdruck. Doch unsere Mannschaft verteidigte mit allem, was noch vorhanden war.

Auch die fünf Minuten Nachspielzeit mussten noch überstanden werden.

Bei den letzten beiden Eckbällen rückte schließlich sogar der Wahrenholzer Torhüter mit nach vorne. Knesebeck bekam aber auch diese Situationen geklärt.

Dann war Schluss.

Der VfL Knesebeck hatte das 1:0 über die Zeit gebracht und durfte gemeinsam mit den zahlreichen Zuschauern auf dem Ernst-Hiestermann-Platz einen besonderen Derbysieg und den Einzug in die dritte Runde des Bezirkspokals feiern.

Ein Sieg – und trotzdem noch viel zu lernen

So schön dieser Erfolg war, die wichtigste Erkenntnis für unsere Mannschaft geht über das Ergebnis hinaus.

Der VfL Knesebeck ist auf Bezirksebene angekommen.

Wahrenholz hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz, spielte mit hohem Tempo und brachte genau die Qualität auf den Platz, mit der unsere Mannschaft in den kommenden Monaten regelmäßig konfrontiert sein wird. Trotzdem hielt der VfL dagegen, verteidigte leidenschaftlich und erspielte sich selbst genügend Situationen, um gefährlich zu werden.

Vor allem aber zeigt sich, dass die Mannschaft sehr schnell lernt. Kritik und Verbesserungsvorschläge aus den ersten Spielen werden angenommen und auf dem Platz umgesetzt. Das Trainerteam gibt neue Lösungen mit, und die Spieler versuchen, diese unmittelbar in ihr Spiel zu integrieren.

Genau das wird in dieser Saison entscheidend sein.

Es werden Spiele kommen, die der VfL nicht gewinnt. Aber auch aus diesen Partien müssen Erkenntnisse gezogen werden. Gegen Wahrenholz gelang nun sogar beides: lernen und gewinnen.

Viele Spieler gingen an diesem Abend an ihre Grenzen und teilweise darüber hinaus. Die kämpferische Leistung, die Bereitschaft füreinander zu arbeiten und die Motivation innerhalb der Mannschaft stimmten über die komplette Spielzeit.

Darauf lässt sich aufbauen.

Im Pokal wartet das nächste Derby

Durch den 1:0-Erfolg steht der VfL Knesebeck in der dritten Runde des Bezirkspokals.

Dort wartet erneut ein Heimspiel – und direkt das nächste Derby. Gegner auf dem Ernst-Hiestermann-Platz wird der HSV Hankensbüttel sein.

Leichter wird die Aufgabe damit sicherlich nicht. Wie schon gegen Wahrenholz soll aber auch dieses Pokalspiel genutzt werden, um weitere Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, wie weit die Reise in diesem Wettbewerb noch führen kann.

Zunächst rückt der Pokal allerdings wieder in den Hintergrund.

Samstag wieder Bezirksliga

Bereits am Samstag, 15. August, geht es auf dem Ernst-Hiestermann-Platz mit dem nächsten Bezirksliga-Spiel weiter.

Mit dem SV Reislingen-Neuhaus wartet erneut ein Gegner, gegen den es bislang kaum Berührungspunkte gab. Die Gäste gewannen ihr Pokalspiel unter der Woche nach Elfmeterschießen beim SV Westerbeck, mussten zum Ligaauftakt gegen den TSV Ehmen allerdings ebenfalls eine Niederlage hinnehmen.

Für den VfL Knesebeck heißt es nach dem intensiven Derby deshalb zunächst regenerieren, die richtigen Schlüsse aus dem Mittwochabend ziehen und den Fokus anschließend wieder vollständig auf die Bezirksliga richten.

Denn so schön ein Derbysieg im Pokal auch ist: Die wichtigsten Punkte dieser Saison werden weiterhin in der Liga vergeben.


 

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Veröffentlichung

Do, 13. August 2026

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