Serie hält: VfL Knesebeck gewinnt turbulentes Spiel in Brechtorf mit 5:2!

Der VfL Knesebeck bleibt in der Erfolgsspur und gewinnt ein wildes Auswärtsspiel beim TSV Brechtorf mit 5:2. Was sich nach einem klaren Ergebnis anhört, war lange Zeit ein echter Kampf auf engem Platz, mit vielen langen Bällen, intensiven Zweikämpfen und einer Partie, die erst in der Schlussphase endgültig entschieden wurde. Gleichzeitig baut der VfL seine beeindruckende Serie weiter aus: Elf Siege aus den letzten zwölf Ligaspielen, seit zwölf Spieltagen ungeschlagen – das kann sich mehr als sehen lassen.

 

Vor der Partie musste das Trainerteam kurzfristig noch einige Entscheidungen treffen. Simon Soika fiel aus, Niclas Zierenberg probierte es zwar beim Aufwärmen, doch aufgrund seiner Oberschenkelprobleme wollte man kein Risiko eingehen. Auch hinter Maik Szillat stand lange ein Fragezeichen, letztlich konnte er aber doch spielen und sollte später eine enorm wichtige Rolle einnehmen. Durch die Ausfälle wurde etwas umgestellt: Joel Reinecke begann auf der Sechs und absolvierte dort nach langer Zeit mal wieder ein komplettes Spiel über 90 Minuten. Über die linke Seite sollte Malte Gercke mit seinen Läufen, seiner Dynamik und seiner Kreativität für Gefahr sorgen. Ein besonderer Dank geht außerdem an Kevin Buchwald, der sich kurzfristig bereit erklärte, die Mannschaft zu unterstützen und auf der Bank Platz zu nehmen.

Das Trainerteam möchte natürlich in jedem Spiel allen Spielern Spielzeit geben. Doch gerade bei solch zähen, engen Spielen ist das nicht immer machbar. Dennoch bleibt jeder einzelne Spieler, jeder einzelne Aushelfer enorm wichtig. Jeder einzelne leistet seinen Beitrag zum momentanen Erfolg der gesamten Mannschaft.

 

Die Partie begann nahezu perfekt. Bereits in der dritten Minute kombinierte sich der VfL über rechts nach vorne. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Tim Krebiel auf Jannis Meyer konnte Brechtorf nur noch zur Ecke klären. Diese brachte Malte Gercke scharf auf den ersten Pfosten, wo Maik Szillat aus kurzer Distanz hochstieg und den Ball per Kopf wuchtig in den rechten Winkel drückte. Traumstart.

Und der VfL blieb gefährlich. Immer wieder sorgten die Standardsituationen für Alarm. Nur wenige Minuten später brachte erneut Malte Gercke eine Ecke gefährlich vors Tor. Nils Mohr verlängerte per Kopf auf Maik Szillat, der erneut goldrichtig stand und ebenfalls per Kopf zum 2:0 traf. Doppelpack für den Innenverteidiger nach nicht einmal zehn Minuten.

 

Doch Brechtorf zeigte sich keineswegs geschockt. Vor allem über die eigene linke Seite kamen die Gastgeber immer wieder mit langen Bällen gefährlich nach vorne. Marius Schucht musste viele intensive Laufduelle führen und war permanent gefordert. In der 15. Minute war Marius etwas weiter aufgerückt, wodurch auf der linken Seite mehr Platz entstand. Genau diesen Raum nutzte Brechtorf aus und konnte den Ball schließlich aus kurzer Distanz über die Linie drücken.

 

Nur fünf Minuten später fiel sogar der Ausgleich. Nach einem eigentlich ungefährlichen Freistoß bekam der VfL den Ball mehrfach nicht geklärt. Im Strafraum entstand ein wildes Ping-Pong-Spiel, bis Brechtorf den Ball irgendwie zum 2:2 ins Netz stocherte. Nach der schnellen Führung war das ein echter Wirkungstreffer. Und tatsächlich machte Brechtorf danach über weite Strecken der ersten Halbzeit das bessere Spiel. Knesebeck wirkte zu passiv, zu unsauber und nicht wirklich wach.

 

Kurz darauf sah Nils Mohr nach einem harten Einsteigen im Halbfeld die Gelbe Karte. Der anschließende Freistoß wurde direkt brandgefährlich und der folgende Abschluss strich nur knapp am rechten Pfosten vorbei.

 

Die Halbzeitansprache fiel entsprechend deutlich aus – und sie zeigte Wirkung.

 

Der VfL kam deutlich besser aus der Kabine. Durch das Dreiermittelfeld rund um André Haven, Joel Reinicke und Tim Krebiel bekam Brechtorf kaum noch Zugriff durchs Zentrum. Die Gastgeber hielten den Ball häufig nur in der eigenen Defensivreihe und versuchten nach mehreren Verlagerungen mit langen Bällen ihr Glück. Doch genau darauf war der VfL eingestellt. Die Abwehrreihe fing nahezu alles ab und selbst hohe Bälle wurden konsequent geklärt.

 

Knesebeck wurde nun deutlich gefährlicher und vor allem die Standards sorgten immer wieder für Gefahr. In der 78. Minute setzte Nils Mohr nach einer Ecke von André Haven einen Kopfball-Aufsetzer an die Latte. Nur eine Minute später verpasste Joel Reinicke nach einem schnellen Angriff über rechts nur knapp die Führung.

 

Dann kam die 82. Minute – und plötzlich explodierte das Spiel. Nils Mohr schaltete sich aus der Innenverteidigung mit nach vorne ein, machte den Ball nach einem Einwurf stark fest und legte clever in den Rückraum. Dort lauerte der eingewechselte Justin Gades, der den Ball per Direktabnahmel neben den linken Pfosten einschob. Der Brechtorfer Keeper bewegte sich keinen Zentimeter. 3:2 für den VfL.

 

Und danach brach Brechtorf komplett auseinander.

 

Die Gastgeber warfen nun alles nach vorne, versuchten sogar direkt nach dem Anstoß einen kuriosen Fernschuss aus der eigenen Hälfte – allerdings ohne Gefahr. Stattdessen schlug Knesebeck eiskalt zu. Tim Krebiel setzte sich stark gegen die Brechtorfer Defensive durch und legte quer auf Malte Gercke, der zum 4:2 einschob.

 

Kurz darauf machte der VfL endgültig den Deckel drauf. Über die linke Seite setzte sich erneut Justin Gades stark durch. Dabei grätschte der Brechtorfer Kapitän mit offener Sohle rücksichtslos in Richtung Knöchel – eine Aktion, bei der er eine Verletzung klar in Kauf nahm. Zum Glück traf er Justin kaum beziehungsweise gar nicht richtig. Der blieb auf den Beinen, lief weiter und legte quer auf Tim Krebiel, der nur noch zum 5:2 einschieben musste.

 

Nach Abpfiff wurde es noch einmal hitzig. Der Schiedsrichter verteilte sogar noch eine Rote Karte gegen Brechtorf wegen Beleidigung, auch danach gab es noch kleinere Diskussionen und Auseinandersetzungen. Besonders auffällig dabei: Genau der Brechtorfer Kapitän, der zuvor schon mit seiner Grätsche negativ aufgefallen war, wurde seiner Vorbildfunktion überhaupt nicht gerecht. Wirklich eskaliert ist die Situation aber nicht mehr.

 

Unterm Strich steht ein verdienter Sieg in einem Spiel, das lange offen war. Besonders hervorzuheben sind dabei die beiden Innenverteidiger Maik Szillat mit seinem Doppelpack, Nils Mohr mit zwei Assists, auch Malte Gercke mit Tor und Vorlage sowie zahlreichen gefährlichen Standards und der eingewechselte Justin Gades, der mit Tor und Vorlage sofort Einfluss auf die Partie nahm.

 

Der Blick auf die anderen Plätze macht das Wochenende perfekt: Während der SV Westerbeck mit 7:0 gegen den SV Welat Gifhorn gewann und weiter dranbleibt, verlor der TSV Vordorf überraschend beim SV Calberlah. Auch der SV Groß Oesingen ließ beim 2:2 gegen den abstiegsbedrohten TC Gifhorn Punkte liegen.

Damit grüßt der VfL Knesebeck wieder von der Tabellenspitze.

 

Bereits am Mittwoch steigt das Topspiel zwischen SV Groß Oesingen und SV Westerbeck, ehe am Sonntag um 15 Uhr der nächste Kracher auf dem Ernst-Hiestermann-Platz wartet: Erster gegen Zweiter – VfL Knesebeck gegen SV Westerbeck. Geleitet wird die Partie von Torben Thiele.

Und egal, ob man als Tabellenführer oder Jäger in dieses Spiel geht: Der Fokus bleibt derselbe. Von Spiel zu Spiel. Weiterarbeiten. Und gemeinsam alles reinwerfen. Und in solchen Spielen ist auch die Unterstützung vom Spielfeldrand unfassbar wichtig. Lasst uns den Ernst-Hiestermann-Platz zur blauen Festung machen!

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Veröffentlichung

Mo, 11. Mai 2026

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